Bewegte Geschichte

Seit 125 Jahren besteht unser Krankenhaus in Neuruppin. In dieser Zeit hat das Unternehmen eine außerordentliche Entwicklung verzeichnet. Erfolgreich wurden die Herausforderungen der Zeit durch engagierte Kolleginnen und Kollegen gemeistert. Mit Stolz blicken wir auf die vergangenen Jahre zurück.

Wie alles anfing.

In den Jahren 1893 wurden am südlichen Rande der Stadt Neuruppin die ersten Gebäude des Krankenhauses errichtet, das Hauptgebäude wurde 1896 fertiggestellt. 1897 zogen die ersten 1.000 „Geisteskranken“ in die „Landesirrenanstalt“ ein. Um 1907 waren rund 1.600 Patienten in der Neuruppiner Anstalt untergebracht; 227 Pfleger und Pflegerinnen versorgten sie.

Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten hatte grausame Folgen für die Patienten der Landesirrenanstalten in Deutschland. Sie führte zur vollständigen Aberkennung der Persönlichkeitsrechte für geistig Behinderte. 1933 erließ das Reichskabinett das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses". Darin wurde die Sterilisation von Personen angeordnet, die unter den unterschiedlichsten psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie, Schwachsinn und Depressionen litten. Hier finden Sie das traurige Kapitel unseres Klinikbuches, in dem Zeitzeugen schildern, wie Sie den Umgang mit geistig Behinderten und Psychiatriepatienten von 1933 bis 1945 erlebten.

1963 entstand die großzügige und wohl gepflegte Parkanlage, die noch heute für einzigartiges Flair und gute Erholungsmöglichkeiten sorgt.

1996 wurden das ehemalige Bezirkskrankenhaus und die ehemalige Bezirksnervenklinik zu den Ruppiner Kliniken fusioniert.

Seit der Gründung hat sich das Krankenhaus in Neuruppin im Laufe der Jahre mehrfach verändert. Von der Landesirrenanstalt über das Bezirkskrankenhaus bis hin zur Gründung der Ruppiner Kliniken GmbH – Bereitschaft und Fähigkeit zur Veränderung waren seit jeher hoch – gehörten sozusagen zur DNA des Klinikums.

So entwickelten sich die Ruppiner Kliniken seit 1897 zum bedeutendsten Schwerpunktkrankenhaus im Land Brandenburg. Mit mehr als 2.400 Mitarbeiter*innen sichern wir heute die medizinische Versorgung von jährlich ca. 26.000 Patient*innen in Brandenburg.

Zum 111. Jubiläum im Jahr 2008 erschien ein Buch: „Geschichte mit Zukunft“, das die lange und wechselvolle Geschichte der Ruppiner Kliniken nachzeichnet. Der Gesundheitsstandort Neuruppin verband schon immer Tradition und Ortsverbundenheit mit Moderne, Expertise und Engagement - hin zu einem zukunftsorientierten Krankenhaus.


Zukunft mit neuem Namen.

Ab dem 3. Mai 2022 präsentieren sich die Ruppiner Kliniken neu. Als Universitätsklinikum Ruppin-Brandenburg möchten wir im engen Verbund der MHB, die medizinische Versorgung, Ausbildung und Forschung bestmöglich fördern. Für Brandenburgs Ärztegeneration von morgen.

Anlässlich unseres 125. Jubiläums wollen wir auf die jüngsten Entwicklungen zurückblicken und einen kleinen Ausblick wagen. Denn der Unwägbarkeiten werden es nicht weniger, sondern mehr. Unser Anspruch ist und bleibt, als Maximalversorger eine qualitativ hochwertige, umfassende medizinische Versorgung für die Menschen der Region und darüber hinaus sicherzustellen. Mit der Etablierung neuer Verfahren, der Anwendung neuer Erkenntnisse aus Forschung und Wissenschaft bringen wir universitäre Medizin in die Fläche. Wesentliche Meilensteine konnten wir erreichen, vieles liegt noch vor uns. In Zahlen und Bildern zeigen wir die Leistungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der uns wohlwollend begleitenden Partnerinnen und Partner sowie der uns vertrauenden Patientinnen und Patienten auf.

Freuen Sie sich mit uns auf ein neues Kapitel Klinikgeschichte in Brandenburg.


Projekt „ArchitekTOUR“ +

Das historische Erbe und die Tradition einer 125 Jahre alten Gesundheitseinrichtung sind unverkennbar präsent auf dem Gelände des ukrb. Auch moderne Kunst findet seinen Platz. Um Patient*innen, Besucher*innen und Mitarbeiter*innen Architektur und Kunst näher zu bringen, haben Schüler*innen der Schule für Gesundheitsberufe mit viel Engagement das Projekt „ArchitekTOUR“ umgesetzt.

Möglich gemacht wurde das Projekt von Architekt Thomas Rheinländer. Er stellte die Dotierung seines Schinkelpreises, den er im Oktober 2012 gewann, zur Verfügung. Rheinländer bat die MBN Medizinische Bildungsakademie Neuruppin, einen Teil der Geschichte der Klinik und ihrer Gebäude aufzuarbeiten und allen zugänglich zu präsentieren. Ergebnis der intensiven Recherche und Beratungen über Inhalte, Gestaltung und Layout sind informative, leicht zugängliche Stelen an besonderen Orten unseres Geländes, u.a. an der Alten Kapelle, an dem Wahrzeichen der Ruppiner Kliniken, dem so genannten Roten Max, einem Wasserturm, der in früheren Zeiten zentraler Treffpunkt für die Lohnauszahlung war, oder an der Kegelbahn.

Eine Kegelbahn in einer Landesirrenanstalt?
Bei der Recherche für das Projekt wurde auch bisher Unbekanntes aufgedeckt. So gingen zahlreiche Generationen davon aus, dass die Kegelbahn von jeher für die unterstützende Therapie der Patienten errichtet worden ist. Vielmehr stand die Kegelbahn jedoch den Ärztinnen und Ärzten für die Freizeitgestaltung zur Verfügung.

Geschlechtertrennung in der Kunst am Bau?
Noch vor dem Bau der Heil- und Pflegeanstalt Neuruppin wurden im 19. Jahrhundert auch in anderen Anstalten die Männer von den Frauen getrennt. Grund für diese Trennung war, dass die »Irren« sich nicht fortpflanzen sollten. Deshalb wurden Mauern errichtet, die es den »Irren« unmöglich machten, mit dem anderen Geschlecht in Kontakt zu treten. Noch heute lassen sich Anhaltspunkte für diese Trennung auf dem Klinikgelände erkennen. Beispielsweise sind einige der Mauern bis zum heutigen Tage erhalten. Des Weiteren stehen die beiden Figuren »Der Lauscher« und »Die Luftgängerin« für diese Trennung. Der Künstler Jens Kanitz wählte die Position der Figuren unbewusst, setzte jedoch intuitiv ein Zeichen für die heutigen Patienten und Besucher, da »Der Lauscher« auf der damaligen Männerseite und »Die Luftgängerin« auf der Frauenseite platziert sind.

Klinikgeschichte im Ausstellungszentrum „Alte Kapelle“ +

Von einer Heil- und Pflegeanstalt in der Provinz zu einem der modernsten Krankenhäuser Brandenburgs: Erleben Sie im Ausstellungszentrum „Alte Kapelle" große Klinikgeschichte. Foto- Impressionen, Zeitdokumente und Texte nehmen Sie mit auf eine Zeitreise quer durch über 100 Jahre Ruppiner Kliniken.

Klinik im Wandel der Zeiten
Der Blick zurück zeigt den erstaunlichen Wandel von einer disziplinierten, streng hierarchisch geführten Anstalt hin zur fachlich profilierten, kollegial gemanagten multiprofessionellen Fachklinik. Manche Fakten und Dokumente innerhalb der geschichtlichen Zeitreise werden Sie überraschen. Sie sind gestern wie heute Beleg für eine starke soziale, medizinische und wirtschaftliche Komponente in und um Neuruppin.

Moderne Medizin mit Zukunft
Moderne Heilverfahren anzuwenden und an der Entwicklung neuer beteiligt zu sein, gehört heute zum Anspruch der Mitarbeiter der Ruppiner Kliniken. So findet moderne Medizin mit Zukunft genau hier das Fundament von Tradition und Moderne, das sich nicht zuletzt auch in dem denkmalgeschützten Klinik-Ensemble zeigt.

Fotografien von Harald Brick
Kommen Sie mit auf Entdeckungstour: Die von Harald Brick gefertigten Fotografien zeigen faszinierende Klinik-Impressionen. Zusammen mit historischen Zeitdokumenten und aktuellen Klinikbezügen erleben Sie Vertrautes, Überraschendes und Neues aus der Welt der Ruppiner Kliniken.